<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Fachbeiträge | My Way Betty Ford Klinik</title>
	<atom:link href="https://mywaybettyford.at/fachbeitraege/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://mywaybettyford.at/fachbeitraege/</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Tue, 18 Mar 2025 14:52:01 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0.4</generator>
	<item>
		<title>AD(H)S und Sucht</title>
		<link>https://mywaybettyford.at/adhs-und-sucht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[re7consulting]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Jan 2023 10:11:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fachbeiträge]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.mywaybettyford.de/?p=14897</guid>

					<description><![CDATA[<p>AD(H)S und Sucht Die Besonderheiten in der Behandlung der Komorbidität ADHS Hier PDF downloaden! Frau Dr. Vanessa Graßnickel – Die Aufmerksamkeitsdefizit/-Hyperaktivitäts-Störung (kurz ADHS) ist eine der häufigen neuro-psychiatrischen Störungen im Kindes- und Jugendalter. Sie stellt eine hohe Belastung für die Betroffenen und ihr näheres soziales Umfeld dar. Auch wenn die Erkrankten früh durch ihre ADHS [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mywaybettyford.at/adhs-und-sucht/">AD(H)S und Sucht</a> erschien zuerst auf <a href="https://mywaybettyford.at">My Way Betty Ford Klinik</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1>AD(H)S und Sucht</h1>
<h2><strong>Die Besonderheiten in der Behandlung der Komorbidität ADHS</strong></h2>
<p><strong><a href="https://www.mywaybettyford.at/wp-content/uploads/2023/01/ADHS-und-Sucht_Fachartikel_231122.pdf">Hier PDF downloaden!</a></strong></p>
<p><span id="more-14897"></span><br />
Frau Dr. Vanessa Graßnickel – <strong>Die Aufmerksamkeitsdefizit/-Hyperaktivitäts-Störung (kurz ADHS) ist eine der häufigen neuro-psychiatrischen Störungen im Kindes- und Jugendalter. Sie stellt eine hohe Belastung für die Betroffenen und ihr näheres soziales Umfeld dar. Auch wenn die Erkrankten früh durch ihre ADHS auffällig werden, wird die Erkrankung nicht immer richtig diagnostiziert. Oftmals wird sie durch Begleiterkrankungen überdeckt und infolgedessen weder therapeutisch noch medikamentös adäquat behandelt. Gerade bei diesen jungen Betroffenen ist das stark erhöhte Risiko einer späteren Suchterkrankung auffällig. In der My Way Betty Ford Klinik begegnen uns immer wieder Patienten mit einer nicht diagnostizierten ADHS. Diesen Personen wären mit frühzeitigen Diagnosen und individuellen Behandlungen viele Belastungen erspart geblieben. Aus diesem Grund möchten wir im folgenden Fachartikel darauf eingehen, was die ADHS als Krankheit ausmacht, welche Chancen eine frühe Behandlung von Kindheit an bietet und welche Besonderheiten im Zusammenhang mit einer Suchterkrankung zu beachten sind.</strong></p>
<p><strong>Die ADHS belastet die Betroffenen von Geburt an und bleibt ein Leben lang.</strong></p>
<p>Die ADHS ist seit 1965 von der WHO als Krankheit anerkannt. Sie gilt als neuro-psychiatrische Störung, die letztlich eine Störung von Teilen der Gehirnentwicklung abbildet. Einfach gesagt, sorgt die Erkrankung für eine zu kurze Aufenthaltszeit von Botenstoffen zwischen den Nervenzellen im Gehirn. Die ADHS führt in vielen Fällen zu starken psychischen Belastungen, schweren Begleiterkrankungen sowie zu einem sehr hohen Leidensdruck. Die Erkrankung belastet die Betroffenen häufig von früher Kindheit an und bleibt schließlich ein Leben lang existent. Hauptursächlich ist die Genetik der Eltern. Diese bestimmt etwa 2/3 der Krankheit. Das restliche Drittel wird durch Gen-Umwelt-Interaktionen geprägt. Wichtig dabei ist zu verstehen, dass die Umwelt-Einflüsse nicht die Ursache der ADHS sind, diese den Krankheitsverlauf aber signifikant beeinflussen.</p>
<p><strong>Unaufmerksamkeit, Impulsivität, Selbstunsicherheit, Hyperaktivität, innere Unruhe, fehlende Konzentration und das ständige </strong>‘<strong>abgelenkt-sein</strong>’<strong> sind die typischen Symptome einer ADHS.</strong></p>
<p>Die Hauptmerkmale der ADHS sind Unaufmerksamkeit, Impulsivität und ein hohes Maß an Selbstunsicherheit. Bei Kindern gehört zusätzlich die Hyperaktivität und bei Erwachsenen die fehlende Fähigkeit der Organisation sowie eine innere Unruhe zu den Kernsymptomen der Krankheit. Die Unaufmerksamkeit zeigt sich durch fehlende Konzentration und dem ständigen ‘abgelenkt-sein’. Die Impulsivität entsteht durch die fehlende Emotionsregulation und äußert sich durch unangepasste oder übertriebene Reaktionen auf alltäglich Umstände. Die Selbstunsicherheit resultiert aus dem Gespür und den Rückmeldungen Dritter für das ‘anders-sein’. Die Hyperaktivität kennen viele als ‘Zappelphilipp-Syndrom’, da die betroffenen Kinder und jungen Erwachsenen von einem unermüdlichen Bewegungsdrang geplagt werden. Im Erwachsenenalter lässt die Hyperaktivität häufig nach und zeigt sich eher als eine innere oder motorische Unruhe, bei der das Sitzenbleiben im Theater oder das lange Lesen eines Buches nicht oder nur sehr schwer möglich ist.</p>
<p><strong><em>Die ADHS fällt bei Mädchen durch die geschlechtstypische Akzeptanz der Symptome weniger schnell auf.</em></strong></p>
<p>Laut einer RKI-Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen (KiGGS) haben weltweit circa 5 Prozent der Menschen im Alter von 3 bis 17 Jahren eine ADHS-Diagnose. In Deutschland leiden 0,2 Prozent der Erwachsenen und 3,4 Prozent der Kinder und Jugendlichen daran. Die starke Abweichung der ADHS-Diagnosen im Altersverlauf kann unter anderem auf die fehlende Aufklärung im Gesundheitssystem der elterlichen Generationen zurückgeführt werden. Eine weitere Diskrepanz zeigt sich bei den Kindern und Jugendlichen. Hier werden Jungs, trotz gleicher Verteilung, etwa viermal häufiger diagnostiziert als Mädchen. Grund dafür ist, dass Jungs häufiger durch Hyperaktivität oder aggressives Verhalten auffallen, während Mädchen in vielen Fällen unentwegt reden, innerlich unruhig sind oder von Gefühlsschwankungen, Vergesslichkeit und geistiger Abwesenheit geplagt werden. Diese Ausprägungen fallen bei jungen Mädchen weniger auf und sind geschlechtstypisch eher akzeptiert. Des Weiteren entwickeln betroffene Mädchen ohne ADHS-Diagnose und Behandlung oftmals weitere Erkrankungen wie Ess-, Angst- oder Persönlichkeitsstörungen. Dabei besteht die Gefahr, dass die ADHS-Erkrankung überdeckt wird, was die Diagnose und damit auch die notwendige Behandlung zusätzlich erschwert. Erfolgt in diesen Fällen trotz der ADHS-Erkrankung keine Diagnose, sprechen Ärzte von einer ‘Hidden Disorder’, also einer versteckten Störung. Sehr problematisch wird es, wenn die zusätzlich entstandene Erkrankung als Haupterkrankung diagnostiziert wird. Die ADHS bleibt dann häufig über einen noch längeren Zeitraum unbemerkt und sorgt für große Belastungen und ein schlechteres, gar frustranes (vergebliches) Behandlungsergebnis.</p>
<p><strong>Eine frühe Diagnose, sowie Behandlung und Therapie in der Kindheit sind essenziell für einen positiven Krankheitsverlauf der ADHS.</strong></p>
<p>Um die Belastungen durch die Symptome zu lindern, ist eine frühe Psychoedukation (Vermittlung von wissenschaftlich fundiertem Wissen) der Eltern und Betroffenen, sowie ggf. eine entsprechende Medikation und therapeutische Behandlung essenziell. Die schwächere Symptomatik führt dann zu einem sozial-gesellschaftlich akzeptierten Verhalten, welches die Betroffenen und ihr näheres Umfeld enorm entlastet. Diese Entlastung führt dann wiederum zu weniger negativen Erfahrungen, weniger Selbstwertinstabilität und insgesamt zu geringeren psychischen Belastungen bei den ADHS-Erkrankten. Begleiterkrankungen – auch Komorbiditäten genannt – entstehen seltener und das berufliche und soziale Leben gelingt. Aber nicht nur die Medikation und Therapie entscheiden über den Krankheitsverlauf. Äußere Einflüsse, wie ein angepasster Erziehungsstil sowie ein sensibilisiertes soziales Umfeld reduzieren den Leidensdruck der Betroffenen. ADHS-Erkrankte Kinder benötigen beispielsweise ganz besonders eine familiäre Stabilität, genug Platz zum Austoben, klar nachvollziehbare Regeln und Verbote sowie einen strukturierten Tagesablauf. Sind die Umstände optimal, bleiben die Symptome zwar präsent, sind aber weniger stark ausgeprägt und damit relativ gut handhabbar. Dieser Fall tritt allerdings häufig nur bei einer leichten bis mittelschweren Erkrankung ein. Im Worstcase leiden die Betroffenen an einer schweren Erkrankung, ohne Diagnose und Behandlung. Dann entstehen starke Symptome, ausgeprägte Begleiterkrankungen und ein allgegenwärtiger Leidensdruck. Die ADHS ist eine Erkrankung mit individueller Symptomatik und Ausprägung. Die Schwere, der Krankheitsverlauf sowie die Komorbiditäten unterscheiden sich dabei von Person zu Person und müssen individuell diagnostiziert und behandelt werden.</p>
<p><strong>Die Suchtmittelabhängigkeit ist eine der häufigsten und gefährlichsten Begleiterkrankungen der ADHS. Die Behandlung in der Kindheit senkt das Risiko von Suchtmitteln abhängig zu werden um bis zu 1/3.</strong></p>
<p>Liegt eine solche Behandlung zu Grunde, können nicht nur die Belastungen durch die ADHS-immanenten (innewohnenden) Symptome gemildert, sondern auch mögliche Begleiterkrankungen, wie das Risiko einer Suchtmittelabhängigkeit reduziert werden. Bei etwa 45-65 Prozent der Personen mit ADHS tritt eine solche Abhängigkeit als Begleiterkrankung mindestens einmal im Leben auf. Durch eine optimale und frühe Medikation kann das Risiko daran zu erkranken um bis zu 1/3 gesenkt werden. Zu den häufigsten Komorbiditäten der ADHS gehören Angststörungen, unipolare Depressionen sowie Bipolare Störungen, Borderline-Persönlichkeitsstörungen (BPS), Ess-Störungen und die bereits erwähnten Suchterkrankungen. Wobei gerade von Suchterkrankungen eine hohe Gefahr für die körperliche und geistige Gesundheit ausgeht. Laut Schätzungen haben Erwachsene mit einer ADHS-Diagnose ein viermal höheres Risiko eine Suchterkrankung zu erleiden als Gesunde. Viele fangen früher an Suchtmittel zu konsumieren und können ihren Konsum schlechter kontrollieren. Ein Grund für dieses Verhalten ist das sehr stark ausgeprägte ‘Sensation Seeking’, welches den impulsartigen Drang nach neuen extremen Erlebnissen beschreibt. ADHS-Erkrankte verlieren die Fähigkeit vorausschauend zu handeln und blenden mögliche Risiken komplett aus. Häufig äußert sich das ‘Sensation Seeking’ in waghalsigen Aktionen oder eben auch im übermäßigen Suchtmittel-konsum. Andere ADHS-Betroffene nutzen den Drogen- und Alkoholkonsum als vergebliche Selbstmedikation. Die Suchtmittel sorgen dabei für eine kurzfristige Linderung der Symptome. So erleben Betroffene beispielweise, dass ihnen Alkohol und Cannabis gegen die innere Unruhe hilft. Im Allgemeinen empfinden ADHS-Erkrankte die Wirkung von sogenannten ‘Uppern’ anders als gesunde Menschen. Kokain sorgt bei Betroffenen zum Beispiel für eine Phase des fokussierten Denkens oder des ‘normal-Fühlens’. Das sonst als eher typisch beschriebene intensive Gefühl der Euphorie, Enthemmung oder Luststeigerung bleibt weitgehend aus. So wird aus dem Suchtmittel schnell eine Art ‘notwendiges Medikament’, welches der Erkrankte konsumiert, um am Leben normal teilnehmen zu können. Dabei werden die hohen gesundheitlichen Folgen der Suchtmittel an sich und die sehr schädlichen, beigemengten Streckmittel ignoriert. Hierbei kann eine ADHS-Diagnose dem Betroffenen entscheidend helfen. Dieser erkennt dadurch nicht nur, dass seine Abhängigkeitserkrankung aus einer fehlenden Behandlung und Regulierung seiner ADHS resultieren könnte, sondern auch, dass sich durch den Einsatz indizierter, zugelassener Medikamente das Ausmaß möglicher körperlicher und psychischer Folgen verringern ließe.</p>
<p><strong>In der Suchttherapie Betroffener liegt der Fokus primär auf der Behandlung der ADHS als Ursache der Sucht.</strong></p>
<p>Die Suchttherapie ADHS-Erkrankte weist einige Besonderheiten gegenüber der regulären Behandlung auf. Das Entgiftungsprozedere ist bei allen Patienten ähnlich. Zunächst wird das Suchtmittel ausschleichend abgesetzt. Hat sich der Patient körperlich und psychisch stabilisiert, kann die ADHS-Diagnostik und gegebenenfalls dann die entsprechend auszuwählende Medikation verabreicht werden. Ist die ADHS-Diagnose schon manifest erhoben, kann die Behandlung mit den zugelassenen Medikamenten auf amphetaminhaltiger Basis behutsam und unter strengen Kautelen (Sicherheitsvorkehrungen) erfolgen. Hierbei ist es essenziell, dass bei dem Patienten keine Kontraindikationen mit anderen Krankheiten oder Medikamenten vorliegt. Ist die Substanz-Abhängigkeit bei diagnostizierter ADHS schwer zu regulieren, kann zur Behandlung auf andere Präparate ohne Abhängigkeitsrisiko ausgewichen werden. Dabei kommen häufig Antidepressiva mit dopaminerger und noradrenerger Komponente zum Einsatz. Diese Medikamente weisen kein Missbrauchspotenzial auf, da sie erst bei einer Einnahme über einen längeren Zeitraum zum gewünschten Effekt führen. In der Suchttherapie ADHS-Betroffener liegt der Fokus primär auf der Behandlung der ADHS. Hierbei werden die besten Ergebnisse durch viele eng getaktete Therapiesitzungen erzielt. Dabei kann sich der Betroffene weiter stabilisieren und den Umgang mit der ADHS sowie der Abhängigkeit als Begleiterkrankung lernen. Durch die intensive therapeutische Begleitung wird der Leidensdruck, das Rückfallrisiko, sowie das Auftreten weiterer Begleiterkrankungen deutlich reduziert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p>Fachartikel der My Way Betty Ford Klinik<sup>®</sup> im Staatsbad Bad Brückenau, Entzugsklinik und Suchtklinik für Privatpatienten &amp; Selbstzahler in Zusammenarbeit mit der leitenden Chefärztin Frau Dr. Vanessa Graßnickel, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Suchtmedizin</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mywaybettyford.at/adhs-und-sucht/">AD(H)S und Sucht</a> erschien zuerst auf <a href="https://mywaybettyford.at">My Way Betty Ford Klinik</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Suchtverhalten wird häufig durch psychische Erkrankungen ausgelöst</title>
		<link>https://mywaybettyford.at/suchtverhalten-wird-haeufig-durch-psychische-erkrankungen-ausgeloest/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[re7consulting]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Sep 2017 15:13:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fachbeiträge]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.mywaybettyford.com/?p=2823</guid>

					<description><![CDATA[<p>Suchtverhalten wird häufig durch psychische Erkrankungen ausgelöst Komorbiditäten und Sucht gehen Hand in Hand Bad Brückenau, September 2017 – Etwa der Hälfte aller Suchterkrankungen liegen psychiatrische Störungen zu Grunde. In erster Linie sind das Persönlichkeits-, Angst- und affektive Störungen, wobei die auslösende Erkrankung meist Einfluss auf die Wahl der konsumierten Substanz hat. In manchen Fällen liegt [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mywaybettyford.at/suchtverhalten-wird-haeufig-durch-psychische-erkrankungen-ausgeloest/">Suchtverhalten wird häufig durch psychische Erkrankungen ausgelöst</a> erschien zuerst auf <a href="https://mywaybettyford.at">My Way Betty Ford Klinik</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1>Suchtverhalten wird häufig durch psychische Erkrankungen ausgelöst</h1>
<h2><b>Komorbiditäten und Sucht gehen Hand in Hand</b><b></b></h2>
<p><b></b><span id="more-2823"></span></p>
<p>Bad Brückenau, September 2017 – <b>Etwa der Hälfte aller Suchterkrankungen liegen psychiatrische Störungen zu Grunde. In erster Linie sind das Persönlichkeits-, Angst- und affektive Störungen, wobei die auslösende Erkrankung meist Einfluss auf die Wahl der konsumierten Substanz hat. In manchen Fällen liegt eine genetische Prädisposition vor, so dass die von einer psychischen Störung Betroffenen verstärkt auf die Wirkung bestimmter Substanzen reagieren. Insbesondere im familiären Umfeld oder Freundeskreis kann frühzeitig auf Warnsignale reagiert werden, um die Gefahr des Abdriftens in die Sucht zu verringern. </b><b>Die Therapeuten der My Way Betty Ford Klinik haben es sich zur Aufgabe gemacht, über Abhängigkeit und den Umgang mit der Sucht aufzuklären und die Öffentlichkeit für diese Krankheit zu sensibilisieren.</b></p>
<p>Die Motivation, zu Alkohol oder Drogen zu greifen, ist je nach Krankheitsbild unterschiedlich. Grundsätzlich kann man Patienten mit einer Abhängigkeitserkrankung in zwei Gruppen einteilen. Auf der einen Seite sind die Menschen zu finden, die sich über die Substanz Erleichterung verschaffen (relief consumption), auf der anderen Seite diejenigen, die sich mit dem Substanzkonsum belohnen (reward consumption). Eine große Zahl von Patienten mit einer – diagnostizierten oder unerkannten – psychiatrischen Störung verordnet sich selbst eine Substanz statt professionelle Hilfe zu suchen. Wer sein Heil zunächst in einer frustranen dysfunktionalen Selbstmedikation sucht, will häufig die Schmerzen aus einer somatischen Grunderkrankung erträglicher machen, Schlafstörungen überwinden, das Gefühl von Angst oder Einsamkeit mindern oder seinen Selbstwert stärken. Patienten mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) wollen vor allem die primären Krankheitssymptome bekämpfen.</p>
<p>Im Bereich der Persönlichkeitsstörungen erkranken eher Männer an dissozialen Persönlichkeitsstörungen, die sich unter anderem durch das Missachten sozialer Normen und ein als rücksichtlos empfundenes Durchsetzen der eigenen Ziele äußern. Die Schwelle zu aggressivem oder gewalttätigem Verhalten ist bei den Betroffenen oft niedrig. Bei Frauen ist die Borderline-Störung häufiger zu beobachten, gekennzeichnet durch rasche Stimmungswechsel und ein gestörtes Bindungsverhalten. Die Patienten fühlen sich unfähig, ihre inneren gefühlsmäßigen Zustände zu kontrollieren. Die daraus resultierenden Spannungszustände werden nicht selten als so unerträglich empfunden, dass Borderline-Patienten Drogen konsumieren, um die Gefühle aushalten zu können. Bei vielen Suchtkranken liegt nicht nur eine einzelne Grunderkrankung vor. Angesichts der Fülle an begleitenden Krankheitsbildern ist daher kein einheitlicher Verlauf der Sucht auszumachen. Die Therapeuten der My Way Betty Ford Klinik konstatieren bei Suchtverhalten eine umso schlechtere Prognose für dauerhafte Abstinenz, je höher die Rate der Komorbiditäten ist.</p>
<p>Die Veranlagung, an einer gewissen psychiatrischen Störung zu erkranken und zu einer bestimmten Substanz zu greifen, kann genetisch verankert sein. So haben Angst und Sucht – neben der auslösenden Prägung durch das soziale Umwelt – oft gemeinsame genetische Faktoren. Die dissoziale Persönlichkeitsstörung und Sucht haben eine enthemmende Prädisposition, folglich empfinden diese Patienten ein starkes Bedürfnis   enthemmende Substanzen zu nehmen. Patienten mit ADHS greifen überraschend vielfach zu Kokain, weil die Droge eine beruhigende Wirkung auf sie hat. „Koks“ flutet den Körper mit Dopamin, was die Leistungsfähigkeit und den Selbstwert kurzfristig enorm steigert und auch sexuell stimulierend wirkt. Die gegenteilige Wirkung bei ADHS wird in einer zu Grunde liegenden Dopamin-Transport-Störung vermutet, was die beruhigende Wirkung von Kokain erklären könnte.</p>
<p>Selbstverständlich droht nicht jedem von einer psychiatrischen Störung Betroffenen ein Abgleiten in die Sucht. Betroffene und ihr Umfeld sollten sich jedoch darüber bewusst sein, dass das die Anfälligkeit für einen missbräuchlichen Substanzkonsum in dieser Personengruppe aus den geschilderten Gründen um ein Vielfaches höher ist als bei Gesunden. Insbesondere Partner, Familienmitglieder und enge Freunde können auf frühe Warnsignale achten und folgende Fragen beantworten: Zeigt der oder die Betroffene Verhaltensänderungen? Kapselt er sich ab oder ist eine Form von sozialem Rückzug zu beobachten? Zeigt er eine höhere Oberflächlichkeit in der Interaktion? Weist er vegetative Veränderungen auf wie verstärktes Schwitzen oder ein groberes Hautbild? Ist ein Leistungsknick wahrzunehmen? Hat ein Raucher einen höheren Zigarettenkonsum als bisher? Auch dies kann ein Indiz für eine Suchtentwicklung sein, da der Suchtdruck häufig mit einem anderen Suchtmittel kompensiert wird. Es können filigrane Anzeichen sein, die auf einen Substanzmissbrauch schließen lassen.</p>
<p>Falls sich der Betroffene in ärztlicher Behandlung befindet, so wird der Arzt auf die beschriebenen äußerlichen und vegetativen Hinweise achten. Außerdem kommt die Auswertung von Blutbild und Laborwerten zum Tragen. CDT (Carbohydrat-defizientes Transferrin) ist ein sensitiver Parameter im Blutbild und wird nur in Verbindung mit erhöhtem Alkoholkonsum ausgeschüttet. Der behandelnde Arzt kann auch den sogenannten CAGE-Test durchführen. Fühlt sich der Patient häufig – insbesondere nach Konsum &#8211; niedergeschlagen (C &#8211; cut-down), auf Fragen zum Konsum genervt oder leicht reizbar (A – annoyed), fühlt er sich hinsichtlich des Konsums schuldig (G – guilty) oder braucht er letztlich die Substanz um morgens „in die Gänge“ zu kommen (E – eye-opener)? Wenn eine dieser Fragen mit Ja beantwortet wird, sind dringend weitere Nachforschungen empfohlen.</p>
<p>Angehörige können sich jederzeit mit Fragen an eine Suchtberatungsstelle wenden. Auch die Therapeuten der My Way Betty Ford Klinik bieten Angehörigengespräche an. Aus ihrer täglichen Arbeit verfügen sie über sehr viel Erfahrung gerade auch im Umgang von Suchtpatienten mit Komorbiditäten und geben wichtige Tipps und Unterstützung im Umgang mit den Betroffenen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mywaybettyford.at/suchtverhalten-wird-haeufig-durch-psychische-erkrankungen-ausgeloest/">Suchtverhalten wird häufig durch psychische Erkrankungen ausgelöst</a> erschien zuerst auf <a href="https://mywaybettyford.at">My Way Betty Ford Klinik</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Perspektiven der Alkohol- und Drogenabstinenz</title>
		<link>https://mywaybettyford.at/perspektiven-der-alkohol-und-drogenabstinenz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[re7consulting]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Apr 2017 15:15:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fachbeiträge]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.mywaybettyford.com/?p=2825</guid>

					<description><![CDATA[<p>Perspektiven der Alkohol- und Drogenabstinenz Wer schafft es, wer hat es schwerer? Bad Brückenau, April 2017 – Seit dem Jahr 2000 hat die Zahl der Personen, die aufgrund von alkoholbedingten Erkrankungen stationär behandelt wurden, laut Drogen- und Suchtbericht 2016 um 21,5 Prozent zugenommen. Die Entscheidung für eine Entziehungskur ist ein wichtiger erster Schritt. Viele Betroffene stellen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mywaybettyford.at/perspektiven-der-alkohol-und-drogenabstinenz/">Perspektiven der Alkohol- und Drogenabstinenz</a> erschien zuerst auf <a href="https://mywaybettyford.at">My Way Betty Ford Klinik</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1>Perspektiven der Alkohol- und Drogenabstinenz</h1>
<p><b>Wer schafft es, wer hat es schwerer?</b><b></b></p>
<p><b></b><span id="more-2825"></span></p>
<p>Bad Brückenau, April 2017 – <b>Seit dem Jahr 2000 hat die Zahl der Personen, die aufgrund von alkoholbedingten Erkrankungen stationär behandelt wurden, laut Drogen- und Suchtbericht 2016 um 21,5 Prozent zugenommen. Die Entscheidung für eine Entziehungskur ist ein wichtiger erster Schritt. Viele Betroffene stellen sich jedoch die Frage, wie es danach weitergeht. Sie scheuen den Kampf um die Abstinenz, oft aus Angst oder Unwissenheit. Deshalb haben es sich die Therapeuten der My Way Betty Ford Klinik zur Aufgabe gemacht, über die Suchterkrankung und Wege aus der Abhängigkeit aufzuklären. Aus ihrer Erfahrung zeichnen sich bestimmte Indikatoren ab, die eine erfolgreiche posttherapeutische Abstinenz fördern. </b></p>
<p>„Wenn der Druck wieder einmal besonders stark ist, rufe ich meine beste Freundin an. Ihre Nummer ist als erste in meinem Handy gespeichert. Mit ihr zu reden hilft mir sehr. Sie kennt meine früheren Trinkmuster und ist für mich da.“ „Manchmal werde ich innerlich so unruhig, dann muss ich sofort eine Runde joggen, um mich abzulenken. Ich will nicht wieder zur Flasche greifen. Das ist hart, aber ich will es schaffen.“ Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten und Verhaltensweisen, um nach einer Entziehungskur die Abstinenz aufrecht zu erhalten. Dennoch haben es manche Suchtkranke leichter als andere, dauerhaft von der Abhängigkeit los zu kommen. So ist zum Beispiel eine Abstinenz von Alkohol leichter zu erreichen und aufrecht zu erhalten als von Medikamenten. Die schlechteste Prognose haben hier illegale Drogen.</p>
<p>Statistisch belegt ist, dass Frauen im Anschluss an eine Entzugstherapie länger trocken oder clean bleiben als Männer. (1) Ein funktionierendes soziales Umfeld erhöht die Chancen dauerhafter Abstinenz. Wichtig sind Faktoren wie eine feste Partnerschaft, familiäre Unterstützung, Zugehörigkeit zu Vereinen oder auch religiösen Gemeinschaften. Stabilisierende Faktoren beinhaltet auch die Erwerbssituation. Dabei spielt weniger die Höhe des Einkommens eine Rolle, als vielmehr das Vorhandensein fester Tagesstrukturen und eines sozialen Netzes im Kollegenverbund. Der Suchtkranke hat eine klare Aufgabe, er muss Ziele erreichen, trägt Verantwortung und bekommt Anerkennung. Auch am Alter können Erfolgschancen statistisch belegt werden. Patienten über 49 Jahren zeigen eine deutlich bessere Reaktion auf die Therapie als jüngere Suchtkranke. (2)</p>
<p>Es versteht sich fast von selbst, dass das Durchhalten in der Therapie einen entscheidenden Einfluss auf die anschließende Abstinenz hat. Schafft es ein Patient, die Entgiftungs- und die Entwöhnungsphase zu beenden, gewinnt er gewöhnlich ein höheres Verständnis für die eigene Suchterkrankung. Er lernt in dieser Zeit, seine eigenen Verhaltensmuster zu verstehen, und untersucht mit dem Therapeuten, wo die Erkrankung herkommt und wie sie aufrechterhalten wird. Das erhöht die Chancen auf eine erfolgreiche Abstinenz. Die Rückfallprophylaxe am Ende der Therapie schult besonders den Umgang mit Alltagssituationen und den Verlockungen in schwierigen Situationen. Fehlt diese Phase, ist auch das von Nachteil für eine konsequente Abstinenz. Aus diesem Grund ist die ausreichend lange und intensive Nachsorge nach einer stationären Behandlung ein wichtiges unterstützendes Element, sei es in Form einer ambulanten Psychotherapie oder der Teilnahme an Selbsthilfegruppen. Falls die Ursache der Sucht in einer Grunderkrankung liegt, muss diese unter Berücksichtigung der Abhängigkeit weiterbehandelt werden.</p>
<h2><b>Begleitende Erkrankungen erschweren die posttherapeutische Abstinenz</b></h2>
<p>Schwerwiegende Krankheitsbilder begleiten in vielen Fällen eine Suchterkrankung, als Vor- oder auch als Folgeschäden. Häufig liegen der Sucht Persönlichkeitsstörungen zu Grunde, wie zum Beispiel eine Borderline-Störung, oder zerebrale Vorschäden, wie Schlaganfall. Zu den Folgeschäden zählt unter anderem Alkoholdemenz. In diesen Fällen haben das Konzentrationsvermögen und die Gedächtnisleistung bereits so sehr gelitten, dass diese Patienten für eine Entzugstherapie nicht mehr gut erreichbar sind. Ein Erfolg ist hier also nur eingeschränkt zu erwarten.</p>
<p>So genannte Achse-1-Störungen sind die häufigste Ursache für eine Sucht. Dazu zählen bipolare Depression, manische Depression und Psychosen. Unter einer begleitenden psychiatrischen Erkrankung gestaltet sich die Entzugstherapie erfahrungsgemäß sehr viel schwieriger, da mit Instabilitäten durch die zu Grunde liegende Erkrankung zu rechnen ist. Im Gegensatz dazu haben posttraumatische Belastungsstörungen eine etwas bessere Prognose. Wenn das ursprüngliche Trauma aufgelöst ist, steigen die  Erfolgsaussichten für diese Patienten. In der My Way Betty Ford Klinik leiden eine nicht unerhebliche Anzahl der Patienten an einer unterliegenden Persönlichkeitsstörung. Der Verlauf der stationären Behandlung hat ebenfalls signifikanten Einfluss auf die nachfolgende Abstinenz. Kliniken mit einem integrativen und multimodalen Therapieansatz und mit einer höheren Therapiedichte, wie zum Beispiel die My Way Betty Ford Klinik mit täglichen Einzel- oder Gruppengesprächen, können bei gleicher Dauer eine höhere Erfolgsquote belegen als Einrichtungen mit einem geringeren Betreuungsanteil. Außerdem erleichtert das engmaschige Angebot vielen Patienten, die Therapie durchzuhalten, indem sie mehr Bindung aufbauen.</p>
<p>Jedes weitere Fortschreiten der Suchterkrankung verschlechtert darüber hinaus die Prognose. Ein Rückfall zeigt zunächst, dass bestimmte Lernschritte im Ausüben der neuen Verhaltensmuster noch nicht ausreichend gefestigt sind und die alten Mechanismen noch wirken. Deshalb sollte er unbedingt Anlass sein, sich umgehend erneut in professionelle Hände zu begeben, um eine Rückkehr in die Sucht abfangen zu können. Dennoch werden die Erfolgschancen einer Entwöhnungsbehandlung mit jedem Rückfall geringer. Diese Härtefälle zeigen zunehmend negative, die Sucht aufrechterhaltende Verhaltensweisen.</p>
<p>Dennoch gilt für jeden Suchtkranken: Niemand ist der Abhängigkeit komplett ausgeliefert, auch wenn es so scheinen mag. Das allein ist der beste Grund, sich professionelle Hilfe zu suchen. Die Erfahrung zeigt: je früher, desto besser.</p>
<p>Quellen:</p>
<p>(1) Fischer, Kemann: „Katamnese“, Fachkliniken für Drogen-Rehabilitation 2009, Sucht aktuell 3/2012</p>
<p>(2) Deutsche Rentenversicherungsträger 2014, veröffentlicht 2015.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mywaybettyford.at/perspektiven-der-alkohol-und-drogenabstinenz/">Perspektiven der Alkohol- und Drogenabstinenz</a> erschien zuerst auf <a href="https://mywaybettyford.at">My Way Betty Ford Klinik</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Legalisierter Cannabis-Konsum und das Risiko chronischer Psychosen</title>
		<link>https://mywaybettyford.at/legalisierter-cannabis-konsum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[re7consulting]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 31 Dec 2016 12:44:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fachbeiträge]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.mywaybettyford.com/?p=2827</guid>

					<description><![CDATA[<p>Legalisierter Cannabis-Konsum und das Risiko chronischer Psychosen Die My Way Betty Ford Klinik zur Diskussion um die Legalisierung von Cannabis Bad Brückenau, Dezember 2016 – Am 8. November 2016 hat Kalifornien Cannabis zum legalen Genussmittel erklärt. Damit haben mehr als die Hälfte aller US-Staaten Cannabis legalisiert. Auch hierzulande werden die Stimmen derer lauter, die eine [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mywaybettyford.at/legalisierter-cannabis-konsum/">Legalisierter Cannabis-Konsum und das Risiko chronischer Psychosen</a> erschien zuerst auf <a href="https://mywaybettyford.at">My Way Betty Ford Klinik</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1>Legalisierter Cannabis-Konsum und das Risiko chronischer Psychosen</h1>
<p><b>Die My Way Betty Ford Klinik zur Diskussion um die Legalisierung von Cannabis</b></p>
<p><b></b><span id="more-2827"></span></p>
<p>Bad Brückenau, Dezember 2016 – <b>Am 8. November 2016 hat Kalifornien Cannabis zum legalen Genussmittel erklärt. Damit haben mehr als die Hälfte aller US-Staaten Cannabis legalisiert. Auch hierzulande werden die Stimmen derer lauter, die eine Freigabe der Droge fordern. Manche Städte diskutieren bereits Modellversuche für Coffee-Shops, und die Regierung will 2017 eine Cannabisagentur schaffen, die Anbau und Handel für Schmerzpatienten staatlich regeln soll. Die Suchtexperten der My Way Betty Ford Klinik sprechen sich klar gegen eine Legalisierung von Cannabis aus. </b><b></b></p>
<p>Seit Aufkommen der Legalisierungsforderung ist allenthalben die Tendenz zu beobachten, den Konsum von Cannabis zu verharmlosen und dazu auch Drogenstatistiken hinzuzuziehen. Selten sind diese Einschätzungen jedoch von Suchtexperten untermauert. Die Therapeuten der My Way Betty Ford Klinik geben einen Überblick über mögliche Risiken und Folgeschäden des Cannabis-Konsums.</p>
<h2>Wirkung von Cannabis</h2>
<p>Die Cannabispflanze gehört zu den Hanfgewächsen (Cannabaceae) mit psychoaktiven Wirkstoffen, die als Haschisch (Dope, Shit) oder Marihuana (Gras) konsumiert werden. Der Rausch tritt bei Cannabiskonsum relativ schnell ein und kann akut die Stimmung heben. Die entspannende, beruhigende Wirkung von Cannabis auf die Psyche wird allgemein erwartet. Je nach Dosis hängt sie jedoch erheblich von der Grundstimmung des Konsumenten ab. Da das Tetrahydrocannabinol (THC) im Hanf bereits vorhandene positive oder negative Gefühle intensivieren, wird auch eine vorangehende aggressive Grundstimmung von Cannabis eher verstärkt. Meist vermindert sich der Antrieb. Unerwünschte Nebeneffekte sind Denkstörungen, Illusionen und eine ungewöhnliche Wahrnehmung von Umständen und Zusammenhängen. Als selten vorkommend werden niedergedrückte Stimmung, Unruhe, Angst und Panik beschrieben, sehr selten seien Konsumenten desorientiert und verwirrt oder litten an Verfolgungsphantasien. Als akute Risiken werden vor allem die Folgen während des Rausches beschrieben. Hierbei können Konzentrations- und Reaktionsvermögen vermindert sein, auch verarbeiten Konsumenten mitunter Informationen langsamer, haben Schwierigkeiten abstrakt zu denken, sind körperlich und psychisch weniger leistungsfähig.</p>
<h2>Gefahr von cannabisinduzierten Psychosen<b> </b></h2>
<p>Ein entscheidender Risiko-Faktor ist, ob jemand einmal, gelegentlich oder regelmäßig Cannabis nimmt. Das klingt relativ harmlos und überschaubar. Die psychoaktive Wirkung der Droge hat jedoch gravierende Auswirkungen insbesondere auf das jugendliche Gehirn – mit irreparablen Langzeitfolgen. Die Gefahr von cannabisinduzierten Psychosen ist sechs Mal höher, wenn vor dem 15. Lebensjahr Cannabis konsumiert wird. Das erklärt sich ganz einfach aus den anatomischen Gegebenheiten. Der Hirnreifungsprozess ist bei Jungen erst mit 19 Jahren abgeschlossen, bei Mädchen im Alter von 17 bis 18 Jahren. Drogeninduzierte Psychosen und Folgediagnosen wie paranoide Schizophrenien sind schwer therapierbar. Erschwerend kommt hinzu, dass diese Psychosen nicht heilbar sind, weil sie sehr schnell chronisch werden. Bereits nach Eintritt der Vorläuferphase, dem sogenannten Prodromalstadium, wird die Psychose chronisch. Die Gefahr liegt hier deshalb auch in der mangelnden Krankheitseinsicht.</p>
<h2><b>Legalisierung verstärkt Abhängigkeitsquote bei Jugendlichen</b></h2>
<p>Gerade für Jugendliche ist Cannabis sehr häufig die Einstiegsdroge und damit der erste Kontakt mit psychoaktiven, euphorisierenden Substanzen. Die Hemmschwelle, illegale Drogen zu beschaffen und auch Substanzen mit unbekannten Beimengungen wie zum Beispiel die sogenannten Badesalze oder die gängigen Partydrogen auszuprobieren, sinkt an dieser Stelle. Eine Legalisierung von Cannabis, davon sind die Therapeuten der My Way Betty Ford Klinik überzeugt, würde die Abhängigkeitsquote gerade in dieser Altersklasse eher verstärken. Vereinzelt können Psychosen bereits nach dem ersten Konsum auftreten. Drogenkonsum würde als normal empfunden, die Gefahr anderer Vermengungen stiege. In seiner Untersuchung „Cannabis – eine andauernde Kontroverse“ belegt Tim Pfeiffer-Gerschel vom IFT Institut für Therapieforschung in München, dass Jugendliche mit 16,7 Jahren zum ersten Mal Cannabis konsumieren (bezogen auf das Jahr 2011). Über einen Zeitraum von zwölf Monaten konsumierten einer Erhebung aus dem gleichen Jahr zufolge 4,6 Prozent der 12- bis 17-Jährigen Cannabis, bei den befragten 18- bis 25-Jährigen waren es 13,5 Prozent.</p>
<h2><b>Legalisierung – nein danke</b></h2>
<p>Wie alle Drogen führt auch Cannabis bei regelmäßigem Konsum zu körperlichen Langzeitschädigungen. Das beginnt mit dem Rauchen von Cannabis, wodurch Schadstoffe freigesetzt werden, die Lungen- und Bronchialerkrankungen verursachen können. Wenn man Cannabis mit Tabak mischt und konsumiert, kommt eine stark gesundheitsschädigende Wirkung ähnlich wie beim Zigarettenrauchen hinzu. Sehr viel schwerer als die körperliche Abhängigkeit von Cannabis wiegt jedoch die seelische. Psychische und kognitive Schäden, mangelnde Konzentration und depressive Störungen bis hin zu Psychosen sind bekannte und oft belegte Folgen starken und regelmäßigen Marihuana- und Haschischkonsums. Unabhängig vom Alter leidet die kognitive Leistungsfähigkeit bereits bei regelmäßigem Konsum über wenige Jahre. Das Interesse an Lebensgestaltung und Umgebung verflacht, das Craving nach der Substanz geht auch mit einer zunehmenden Gleichgültigkeit einher. Die Entzugssymptomatik beginnt 10 bis 12 Stunden nach dem Cannabis-Konsum und hält, je nach Konsumfrequenz, bis zu drei Wochen an. Die Therapeuten der My Way Betty Ford Klinik beschreiben die Konsumenten als unruhig, ängstlich bedrückt und leicht reizbar. Cannabis führt außerdem zu Schlafstörungen, Appetitverlust und einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit. Da die Substanz Schmerz reduziert, ist das Schmerzempfinden im Entzug deutlich gesteigert. Insbesondere Jugendliche können bei regelmäßigem frühem Konsum mitunter keine stabilen, starken Persönlichkeiten ausbilden.</p>
<p>Angesichts der geschilderten Symptome und des hohen Risikos, dauerhaft an einer Psychose zu erkranken, sind die Therapeuten der My Way Betty Ford Klinik strikt gegen eine Legalisierung von Cannabis.</p>
<h2><b>Klinikprofil:</b><b></b></h2>
<p>Die My Way Betty Ford Klinik in Bad Brückenau ist die führende Sucht- und Entzugsklinik in Deutschland. Mit ihrem intensiven, in Deutschland einmaligen Therapieprogramm wendet sich die Klinik an Privatpatienten und Selbstzahler. Für die Patienten stehen 49 Einzelzimmer zur Verfügung. Diskretion ist an der Klinik oberstes Gebot. Das Kompetenzteam der Klinik hat sich dem Ziel verschrieben, ihre Patienten in eine neue Leistungsfähigkeit ohne Suchtmittel zu begleiten. Die Therapeuten verfügen über langjährige Erfahrung in der Suchttherapie und bieten seit Jahren Fortbildungen für weiterbehandelnde Ärzte an. Vor dem Hintergrund dieser Kenntnisse hat sich die Klinikleitung entschlossen, verstärkt die Aufklärung rund um die Themen Abhängigkeit, Entgiftung und Entzug in der Öffentlichkeit zu unterstützen und für dieses Krankheitsbild zu sensibilisieren. Die My Way Betty Ford Klinik wurde Anfang 2006 eröffnet und erlangte schnell große Bekanntheit in ganz Deutschland.</p>
<h2><b><span lang="EN-US">Adresse:</span></b><b></b></h2>
<p><span lang="EN-US">My Way Betty Ford Klinik GmbH<br />
Geschäftsführer Sigurd Gawinski, Sven Marquardt<br />
Fon: 0800 / 55 747 55<br />
</span><span lang="EN-US">Mail: </span><a href="mailto:info@mywaybettyford.at"><span lang="EN-US">info@MyWayBettyFord.de<br />
</span></a><span lang="EN-US">URL: www.MyWayBettyFord.de</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mywaybettyford.at/legalisierter-cannabis-konsum/">Legalisierter Cannabis-Konsum und das Risiko chronischer Psychosen</a> erschien zuerst auf <a href="https://mywaybettyford.at">My Way Betty Ford Klinik</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>(K)ein Leben mit Drogen: Wenn Wahn und Beziehungslosigkeit das Leben bestimmen</title>
		<link>https://mywaybettyford.at/kein-leben-mit-drogen-wenn-wahn-und-beziehungslosigkeit-das-leben-bestimmen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[re7consulting]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Nov 2016 11:39:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fachbeiträge]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.mywaybettyford.com/?p=2830</guid>

					<description><![CDATA[<p>(K)ein Leben mit Drogen: Wenn Wahn und Beziehungslosigkeit das Leben bestimmen Aus dem Leben eines MDPV-Süchtigen Bad Brückenau, November 2016 – Blass und bedrückt steht Franz Fischer an der Rezeption der My Way Betty Ford Klinik. Doch seine Lethargie kann auch schnell in heftige Aggressivität umschlagen, in Verfolgungswahn oder Handlungen, die von den Stimmen in [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mywaybettyford.at/kein-leben-mit-drogen-wenn-wahn-und-beziehungslosigkeit-das-leben-bestimmen/">(K)ein Leben mit Drogen: Wenn Wahn und Beziehungslosigkeit das Leben bestimmen</a> erschien zuerst auf <a href="https://mywaybettyford.at">My Way Betty Ford Klinik</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1>(K)ein Leben mit Drogen: Wenn Wahn und Beziehungslosigkeit das Leben bestimmen</h1>
<p><b>Aus dem Leben eines MDPV-Süchtigen</b></p>
<p><span id="more-2830"></span></p>
<p>Bad Brückenau, November 2016 – <strong>Blass und bedrückt steht Franz Fischer an der Rezeption der My Way Betty Ford Klinik. Doch seine Lethargie kann auch schnell in heftige Aggressivität umschlagen, in Verfolgungswahn oder Handlungen, die von den Stimmen in seinem Kopf bestimmt werden. Der 35-Jährige konsumiert seit über vier Jahren MDPV. Mengen kann er schon lange nicht mehr angeben, da die Designerdroge bereits beim zweiten Konsum abhängig machen kann und als sogenanntes Badesalz auch in unterschiedlichsten Zusammensetzungen bezogen wird. Seine Drogenkarriere begann Fischer schon als Jugendlicher, schaffte nach einem Führerscheinentzug mit Mitte 20 dann aber die Abstinenz. Als mit 31 eine Krebserkrankung diagnostiziert wurde, griff er erneut zu Drogen – diesmal zu MDPV. Nun hat er sich für sechs Wochen zur Entgiftung und Entwöhnung in der Klinik angemeldet.</strong></p>
<p>Fischer wird in ein bereits angespanntes Umfeld geboren. Ein Bruder ist früh gestorben, seine Schwester lebensbegrenzend erkrankt. Als Fischer ein Jahr alt ist, trennen sich die Eltern. Seine Kindheit verbringt er zunächst bei der unsteten Mutter und ihren wechselnden Partnern. Später zieht er zum Vater, zu dem das Verhältnis ebenfalls schwierig ist. Als dessen neue Frau fordert, den Kontakt zu seinem Sohn abzubrechen, habe der Vater nachgegeben, so erlebt es Fischer.</p>
<p>Er erfährt früh und wiederholt körperliche Misshandlungen, hat keine feste Bezugsperson und zunehmend Schwierigkeiten, im Leben zurecht zu kommen. Er schließt sich einer Gruppe von Jungen an, die ein älterer, alkoholabhängiger Mann um sich schart. Aus dieser Zeit erinnert sich Fischer an ein Gefühl von Heimat, aber auch an Drogenkonsum, körperliche Auseinandersetzungen und verschiedene kleinere Delikte. &#8222;Dabei habe ich oft Glück gehabt&#8220;, sagt er rückblickend. Bereits mit 13 macht er auf Partys erste Erfahrungen mit Alkohol. Schnell folgen Cannabis, Speed, Ecstasy, Kokain, LSD, Pilze, gelegentlich Psychopharmaka &#8211; wild durcheinander nimmt er alles, was verfügbar ist, bis auf Heroin. Mit fortschreitender Pubertät ist er kaum noch zu Hause, die Schule bricht er ab. Während eines Internatsaufenthaltes wird er zusammen mit anderen Schülern gezwungen, sich nackt auszuziehen und sich gegenseitig zu berühren. An weitere Vorkommnisse kann er sich nicht erinnern. Sein Leben läuft weiter aus dem Ruder.</p>
<p>Als er mit 25 Jahren wegen Fahrens unter Drogen den Führerschein verliert, schwört er Drogen und Alkohol ab und schafft die Abstinenz ohne Entgiftung oder Entwöhnung. Nach einer technischen Ausbildung und dem nachgeholten Abitur beginnt er ein Maschinenbau-Studium. Alles läuft eine Weile in geregelten Bahnen, es geht ihm gut. Doch dann erkrankt er an Hautkrebs, da ist er gerade mal 31. Sein Leben steht auf dem Spiel. Ein malignes Melanom wird operativ entfernt, er durchläuft eine Chemotherapie. Fischer kapselt sich von seinem Umfeld ab und schmeißt nicht nur kurz vor dem Abschluss das Studium, er greift auch erneut zu Drogen, diesmal zu MDPV (Methylendioxypyrovaleron). Emotionale Unterstützung erfährt er nicht. Seit circa 2008 wird MDPV als Designerdroge verkauft, in der Szene auch unter den Namen Cloud Nine, Monkey Dust, Magic, Super Coke und anderen. Vor allem über die körperlichen Auswirkungen war wenig bekannt und die Substanz wegen der neuen Zusammensetzung noch nicht vom Gesetzgeber erfasst. In den Vereinigten Staaten wurden MDPV und andere sogenannte psychotrope Substanzen teilweise sogar unter der irreführenden Bezeichnung Badesalze lediglich mit dem Hinweis &#8222;nicht zu Verzehr geeignet&#8220; versehen und legal vertrieben. In Deutschland ist MDPV erst seit dem 26. Juli 2012 im Betäubungsmittelgesetz gelistet und damit illegal.</p>
<p>Seit inzwischen fünf Jahren konsumiert Franz Fischer neben anderen Substanzen vor allem MDPV. Die Wirkung der Droge wird physisch mit erhöhtem Herzschlag, erhöhtem Blutdruck, Gefäßverengung und starkem Schwitzen beschrieben und ähnelt insgesamt sehr den MDMA-Substanzen (Ecstasy und andere). Die Abhängigkeit von MDPV entsteht vor allem im psychischen Bereich. Hier reicht die Wirkung von erhöhter Wachsamkeit und Unterdrückung der Müdigkeit über erhöhte geistige Erregung, Unruhe und Ruhelosigkeit bis hin zu gesteigertem sexuellen Bedürfnissen, Paranoia und Psychosen. Diese Symptome beschreibt auch Franz Fischer. Er leidet zunehmend unter Psychosen, unter Verfolgungswahn, er hört Stimmen. Sein gesteigertes sexuelles Verlangen ist mit Unruhe und Umtriebigkeit verbunden – ein Erleben, das er bereits von früher kennt. Er vernachlässigt seinen Freundeskreis und seine Interessen, zieht sich zunehmend zurück, distanziert sich auch von seiner Frau und seinen Zwillingstöchtern. Zunächst fokussiert er sich noch auf seine Arbeit im Unternehmen, bis er sich auch davon zurückzieht. Aus ihrer Sorge heraus drängen sein Vater und seine Frau auf ein gemeinsames Gespräch, was er als Verschwörung gegen sich und einen Vertrauensbruch empfindet. Sein Verfolgungswahn und auch die Stimmen verstärken sich. Um sich der Situation zu entziehen, stürzt er sich verstärkt in den Drogenkonsum und verschwindet ohne Abschied. Zwei Monate später tauchte er wieder auf, irgendwo, kann sich an die genauen Abläufe nicht erinnern. Er weiß nur, dass er unruhig, ziellos und getrieben umhergeirrt war auf der Suche nach diversen Reizen, ohne Befriedigung finden zu können. Seine Frau verlässt ihn, als er sich während einer besonders intensiven Drogenepisode selbst die Haut aufschneidet in der Überzeugung, in seinem Körper hätten sich Tiere eingenistet.</p>
<p>Seine Versuche, von den Drogen loszukommen, scheitern. Eine zweiwöchige Phase des Drogenverzichts ohne medizinische Unterstützung ist von einem ausgeprägten Suchtverlangen, dem sogenannten Craving, extremer Müdigkeit und viel Schlaf gekennzeichnet. Danach setzt er den Konsum fort. Auf Drängen seiner Familie stimmt er einer Entgiftung zu. „Die Zeit war schrecklich, deutlich schlimmer als ein Kokainentzug. Die Anspannung war extrem, ich hatte starke körperliche Schmerzen. Danach sollte ich zu einer suchtbezogenen Rehabilitation. Die habe ich abgebrochen. Ich kam mir vor wie in einem Obdachlosenheim“, schildert er seine Erinnerungen an diese Zeit. Danach lehnt er weitere Therapien ab.</p>
<p>In der Betty Ford Klinik wird er zunächst engmaschig ärztlich betreut, erste psychiatrische Gesprächseinheiten zur psychischen Stabilisierung finden statt. Jeden Tag hat er Einzel- und Gruppengespräche. Nach und nach kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz, die den jungen Mann dabei unterstützen sollen, Einsicht in seine Krankheit zu gewinnen und diese zu stabilisieren. In den Gesprächen wird neben der Krankheitsakzeptanz auch seine Auseinandersetzung mit dem Suchtmittelgebrauch und mit möglichen Scham- und Schuldgefühlen gefördert. Die Beschäftigung mit diesen Themen in täglich geführten Gesprächen ist ein wichtiger Baustein in der Entzugstherapie der Betty Ford Klinik, mit dem sie sich vor allem von staatlichen Kliniken abhebt.</p>
<p>Ein zentrales Thema in der Therapie sind für den Patienten der Schutz seines Selbstwertes und die für ihn notwendige Abgrenzung. Erst durch die Gespräche wird ihm bewusst, wie früh er in der Beziehung zu seiner Mutter bereits einer erheblichen Instabilität ausgesetzt war. Hinzu kamen die geschilderten traumatischen Erfahrungen von Trennung und Verlassenwerden einerseits, von Gewalt, Übergriffigkeit und Missachtung seiner persönlichen Grenzen andererseits. Als Kind und Jugendlicher war er diesen Situationen schutzlos ausgeliefert, der frühe Drogenkonsum kann als Abwehr und Kompensationsversuch aufgefasst werden. Das Melanom lösten vermutlich die alte Traumatisierung und unbewältigte Konflikte aus, sodass auch hier das erlernte Verhalten des Drogenkonsums zur Bewältigung von Überforderung und erlebter Hilflosigkeit reaktiviert wurde. Da ihm die Drogen gleichzeitig zur Affektregulation und Impulskontrolle dienten, rutschte Fischer erneut in den Teufelskreis. Im Rahmen der Therapie lernte er die Technik des „Sicheren Ortes“ und Möglichkeiten, auf seine Stabilität zu achten und übermäßigen Stress und Überforderung zu vermeiden.</p>
<p>Gefühle sind für Fischer insgesamt ein schwieriges Thema; auch Nähe zu sich und anderen ist ihm nicht oder nur eingeschränkt möglich. „Ich muss mich immer bewegen, brauche irgendeine Stimulation. Ruhe und Stille? Das macht mir Angst“, schildert er sein Getriebensein zu Beginn der Therapie. Da er schnell eine relativ tragfähige Beziehung zu seinem behandelnden Therapeuten aufbaut, kann er sich nach einer Weile etwas tiefer öffnen. Der bessere Zugang zu seinen Gefühlen begünstigt die Selbstabgrenzung und Impulskontrolle. Auch seine Kontaktfähigkeit und sein Kommunikationsvermögen nehmen zu. Franz Fischer hat in der Betty Ford Klinik wichtige Meilensteine erreicht.</p>
<p>Nach sechs Wochen kann der 35-Jährige körperlich, seelisch und geistig stabilisiert nach Hause entlassen werden. Die Therapeuten schätzen seine Stimmung und seinen Antrieb als gestärkt ein, auch Kontakt zu seinem Umfeld konnte er wieder leichter aufnehmen. Auch wenn sein Allgemeinzustand von einer Arbeitsfähigkeit noch weit fern ist, so ist doch seine Leistungsfähigkeit insgesamt leicht erhöht. Entscheidend wird jedoch sein, ob und wie Franz Fischer sich in seinem gewohnten Umfeld mit seiner Krankheit auseinandersetzt. Er hat in der Therapie leidvoll erkannt, wie viel Kraft und Energie es ihn kostet, der Sucht dauerhaft zu widerstehen. Seine Intelligenz, Kreativität, Lebenskraft und sein bereits mehrfach unter Beweis gestelltes Durchhaltevermögen begünstigen aus Sicht der Therapeuten seine Prognose. Um jedoch ein Leben führen zu könne, das über ein reines Funktionieren hinaus geht, sind eine längere ambulante Psychotherapie und der Besuch einer Selbsthilfegruppe unabdingbar. Nur so hätte Fischer die Möglichkeit, die in der Betty Ford Klinik gelegte Basis auszubauen und neu zu erlernende Verhaltensmuster in seinen Lebensalltag zu integrieren. Franz Fischer weiß, dass er noch einen langen Weg vor sich hat.</p>
<p>* Die Darstellung entspricht den Tatsachen, Namen und Umstände, die Rückschlüsse auf die Person zulassen, wurden zum Schutz der Privatsphäre jedoch geändert.</p>
<h2>Klinikprofil:</h2>
<p>Die My Way Betty Ford Klinik in Bad Brückenau ist die führende Sucht- und Entzugsklinik in Deutschland. Mit ihrem intensiven, in Deutschland einmaligen Therapieprogramm wendet sich die Klinik an Privatpatienten und Selbstzahler. Für die Patienten stehen 49 Einzelzimmer zur Verfügung. Diskretion ist an der Klinik oberstes Gebot. Das Kompetenzteam der Klinik hat sich dem Ziel verschrieben, ihre Patienten in eine neue Leistungsfähigkeit ohne Suchtmittel zu begleiten. Die Therapeuten verfügen über langjährige Erfahrung in der Suchttherapie und bieten seit Jahren Fortbildungen für weiterbehandelnde Ärzte an. Vor dem Hintergrund dieser Kenntnisse hat sich die Klinikleitung entschlossen, verstärkt die Aufklärung rund um die Themen Abhängigkeit, Entgiftung und Entzug in der Öffentlichkeit zu unterstützen und für dieses Krankheitsbild zu sensibilisieren. Die My Way Betty Ford Klinik wurde Anfang 2006 eröffnet und erlangte schnell große Bekanntheit in ganz Deutschland.</p>
<h2>Adresse:</h2>
<p>My Way Betty Ford Klinik® GmbH &amp; Co. KG<br />
Fon: 0800 / 55 747 55<br />
Mail: <a href="mailto:info@MyWayBettyFord.de">info@MyWayBettyFord.de</a><br />
URL: www.MyWayBettyFord.de</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://mywaybettyford.at/kein-leben-mit-drogen-wenn-wahn-und-beziehungslosigkeit-das-leben-bestimmen/">(K)ein Leben mit Drogen: Wenn Wahn und Beziehungslosigkeit das Leben bestimmen</a> erschien zuerst auf <a href="https://mywaybettyford.at">My Way Betty Ford Klinik</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
